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Agiles Projektmanagement ist ein Sammelbegriff für verschiedene Methoden und Ansätze, um Projekte in komplexen Situationen erfolgreich umzusetzen. Dabei liegen die agilen Werte und Prinzipien aus dem agilen Manifest zugrunde. Eine gewisse Unsicherheit in den Anforderungen oder im erwarteten Ergebnis erfordern in Projekten ein agiles Vorgehen. Praktisch angewandte Methodiken sind beispielsweise Scrum oder Kanban. Stark im Trend sind auch skalierte agile Projektmanagement Methoden wie SAFe, LESS oder Scrum mit Nexus.

Wann eignet sich agiles Projektmanagement?

Angelehnt an das Cynefin-Framework eignen sich Praktiken aus dem agilen Projektmanagement insbesondere für komplexe Projekte. Projekte sind komplex, wenn die Anforderungen teilweise oder mehrheitlich unklar sind und der Umsetzungsweg im Vorfeld noch nicht klar beschreibbar ist.

Ein Beispiel für ein komplexes Projekt ist die Reise zum Mars. Die Technologien dafür gibt es heute teilweise noch nicht oder sie sind noch nicht praxisreif. Auch die Anforderungen an die Reise ändern sich mit neuen Erkenntnissen von Forschungsmissionen. Ein anderes Beispiel sind „kleinere“ Projekte, wie beispielsweise die Entwicklung einer neuen Software, die ebenso komplex sein kann. Da kommt übrigens auch der agile Ansatz her, aus der Softwareentwicklung.

agiles Projektmanagement

Klassisches vs. agiles Projektmanagement

Beim klassischen Projektmanagement sind die Anforderungen in der Regel klar definiert und wenig änderbar. Der Weg zum Ziel ist gut im Vorfeld zu beschreiben. So ist die Organisation einer Veranstaltung eher ein Beispiel für ein klassisches Projektmanagement Vorgehen.

klassisch vs. agil

Beim klassischen Projektmanagement ist das Ergebnis im Vorfeld klar definiert und die Projektdimensionen Aufwand und Zeit sind veränderbar/zu managen im Projekt. Bei agilen Projekten hingegen ist es genau andersherum. Aufwand und Zeit sind in der Regel fix und es geht darum das Ergebnis bzw. die Erwartung zu managen. Der letzte Punkt ist zentral, denn so können die Kund*innen in den Entwicklungsprozess sinnvoll mit eingebunden werden.

Die Grenzen zwischen beiden Ansätzen sind jedoch fließend – ein agiler Grundgedanke ist es daher, das System (in diesem Fall das Projektmanagementsystem) regelmäßig an die Umgebung anzupassen. Unsere Empfehlung ist, sucht euch die Methode, die am besten zu eurem Team passt.

Ist hybrides Projektmanagement die Lösung?

Hybrides Vorgehen kombiniert klassisches und agiles Projektmanagement. In dem Artikel zum Nachfolger des Stage-Gate-Modells beschreibt Robert G. Cooper ein gutes Beispiel dafür. Insbesondere in der Innovations- und Produktenwicklung ist ein Phasenansatz sinnvoll. Die einzelnen Phasen (Stages) sind in sich dem agilen Projektmanagement unterworfen. Die einzelnen Phasen werden durch Projektmanagement Methoden, wie z.B. Kanban begleitet. In der Phase „Erste Ideen entwickeln“ werden Ideen z.B. mithilfe von How might we – Fragen entwickelt. Der übergeordnete Prozess ist allerdings linear und durchläuft die einzelnen Stage wasserfallartig.
agiles Projektmanagement Prozess

Es gibt aber auch andere Methoden, wie beispielweise PRINCE 2 oder das V-Modell XT. Gemeint ist dabei allen Methoden, dass die agilen Werten und Prinzipien als Grundlage dienen.

Agile Werte sind im agilen Manifest beschrieben und stellen vor allem die umsetzungsorientierte Kollaboration mit dem/ den Kund*innen und dem Team in den Mittelpunkt.

Für mehr Infos zum Thema Agilität, schaut euch gerne unseren Artikel „Agilität – Modewort oder wirklicher Mehrwert für eine Organisation?“ an.

So funktioniert agiles Projektmanagement

Wie genau agiles Projektmanagement funktioniert, hängt von der konkreten Methode ab. Oftmals sind agile Projekte durch ein inkrementelles und iteratives Vorgehen gekennzeichnet.

Iterativ, weil in Sprints gearbeitet wird mit dem Ziel, eine funktionierende Version des Produktes zu liefern. Diese wird über verschiedene Sprints kontinuierlich weiterentwickelt.

Inkrementell, weil nicht das Gesamtproblem sofort gelöst wird. Vielmehr wird das Gesamtproblem in einzelne Teilprobleme/-Bereiche zerlegt und jeweils individuell eine Lösung entwickelt.

Nehmen wir also das Beispiel eines an Spotify angelehnten Produktes. So ist nicht das Ziel im ersten Sprint den heutigen Funktionsumfang abzubilden, sondern vielmehr liegt der Fokus im Sprint 1 auf dem Abspielen von Musik. Also ist das Ergebnis eine App, die uns zufällig Musik abspielt. Diese wird nun den Nutzer*innen vorgestellt und das Feedback wird eingearbeitet. Mit der Rückmeldung kann nun der Fokus neu gesetzt werden.

Im Sprint 2 liegt also vielleicht das Thema Playlists im Fokus. Ergebnis ist nun ein eine App mit der Möglichkeit Musik in Playlisten zu organisieren und abzuspielen. Wieder wird das Nutzer*innenfeedback eingearbeitet. Und so geht die Entwicklung kontinuierlich und nutzerzentriert weiter.

Wie du agiles Projektmanagement erfolgreich umsetzt

Agiles Projektmanagement passt nicht auf alle Herausforderungen. Am besten wendet ihr die Methoden und Tools bei komplexen Herausforderungen an. Die Methoden Scrum oder Kanban bieten euch einen guten Einstieg. Probiert die Methode für ein paar Sprints aus und nutzt die Retrospektive, um die Methode mit jedem Sprint mehr an eure Teambedürfnisse anzupassen. In unserem Blog findet ihr einen Überblick über verschiedene Methoden für eure Retrospektive. Nutzt die Retro, um immer besser zu werden und lasst euch von unterschiedlichen Disziplinen inspirieren.

Gerne begleiten wir euch auf dieser Reise mit Workshops rund ums Thema Agilität oder mit unseren Methoden-Booklet.