Wie funktioniert eigentlich ein Design Thinking Prozess? Wie definiert man eine Design Challenge? Gehört hat man viel von der Wunderwaffe der letzten Jahre. Doch so wirklich wissen nur wenige, wie der Prozess zu gestalten ist.

Mit Design Thinking und der richtigen Methodenauswahl schaffen wir es, Neues zu entdecken und zu entwickeln. Wir müssen uns am Anfang nur in uns vielleicht noch unbekanntes Gebiet wagen. Design Thinking hilft uns, unsere Kund*innen in den Mittelpunkt zu stellen und neue Produkte und Services entstehen zu lassen.

Womit fangen wir an? – Die Design Challenge

Der Design Thinking Prozess beginnt klassischerweise mit der Design Challenge. Diese Challenge definieren wir zu Beginn mit unserem Team. Die Design Challenge steht für unsere Fragestellung oder unsere Ausgangshypothese. Ähnlich wie in der Forschung stellt sie unsere Forschungsfrage dar.

Zur einfachen Definition einer Design Challenge können wir uns an die Formulierung einer User Story halten. Diese bietet uns gerade in unseren ersten Innovationsprojekten eine Leitlinie:

User Story Formulierung

Als [Nutzer*in/Rolle/Persona] möchte ich [ein Ziel/eine Aktion/einen Wunsch] erreichen, um [Nutzen] zu erzielen.

Entweder orientieren wir uns direkt an der User Story oder probieren noch ein wenig bei der Formulierung herum. Im Rahmen von Design Thinking Projekten, hat sich neben der User Story Formulierung ebenfalls folgende Formulierung bewährt:

Design Challenge Formulierung

Wie können wir [Kund*innenerlebniskette/Elemente der Customer Journey]

Oftmals erhalten wir aus dem Unternehmen eine konkrete Auftragsformulieren. Diese sollten wir immer mit unserem Team in eine Design Challenge umformulieren, um mögliche Fragen oder Unklarheiten aufzudecken.

Worauf müssen wir achten? – Die Formulierung der Design Challenge

Eine gut formulierte Design Challenge ist so definiert, dass noch keine Lösung darin enthalten ist oder eine Einschränkung beinhaltet ist. Zusätzlich geht es darum, ein Erlebnis für jemanden zu gestalten.

Wir beantworten optimalerweise folgende Fragen:

Design Challenge

Wir können uns bei der Formulierung einer Design Challenge an folgenden Challenges orientieren:

  1. Gestalten Sie die Entsorgung von Verpackungsmüll für private Haushalte neu

  2. Gestalten Sie das Kund*innenerlebnis/Einkaufserlebnis für [Unternehmen/Marke] neu

Wie einigen wir uns? – Das gemeinsame Verständnis der Design Challenge

Eine gut formulierte Design Challenge allein hilft uns noch nicht, um in unserem Team dasselbe Verständnis zu erzeugen. Gerade wenn wir eine optimale Teamzusammensetzung erreichen wollen, schaffen wir das nur, wenn wir Personen aus unterschiedlichen Funktionsbereichen in unser Team holen. Hierin stellen wir immer wieder fest, dass wir zwar ähnliche Worte benutzen, die Bedeutung dessen, sehr weit auseinander liegen kann. Dabei ist es essentiell im Projektverlauf, dass wir die Sichtweise auf unsere Challenge teilen.

Zur Synchronisation innerhalb des Teams, hat es sich bewährt, die Challenge als Team zu analysieren. Dabei ist das Ziel, dass wir nach einer gemeinsamen Teamsession, dasselbe Verständnis unserer Design Challenge teilen.

Wir beginnen, indem wir unsere Challenge auf Post-its schreiben und sie gut sichtbar aufhängen. In Stillarbeit schreiben wir stichwortartig alle Fragen, Definitionen für Wörter oder andere wichtige Aspekte auf. Anschließend lesen wir unsere Post-its laut im Team vor und hängen sie unstrukturiert neben die Challenge. Wir sortieren im Team, ebenfalls still, alle Post-its in Cluster. Diesen Schritt machen wir bewusst still, um unsere Schwarmintelligenz zu nutzten und nicht voreilig in Diskussionen zu verfallen. Erst nach der Sortierung sprechen wir im Team über Cluster. Alle Post-its sortieren wir nach Wichtigkeit. Wir klären offene Fragen und legen gemeinsam fest, welche Aspekte wir in unsere Challenge mit einbeziehen. Das könnte z.B. sein, dass wir eine neue Stakeholdergruppe berücksichtigen.

Nach diesem Prozess kann es vorkommen, dass wir unsere ursprüngliche Design Challenge verändern. Das ist in Ordnung. Wenn wir neues Wissen haben oder Fragestellungen noch nicht berücksichtigt haben, verändern wir unsere Challenge. Und das wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein.

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