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Eins der vielen Buzzwords, die in den letzten Jahren des kulturellen und unternehmerischen Wandels entstanden sind, ist New Work. Das Verständnis des Begriffs geht weit auseinander: Für die einen ist es kostenloses Obst und Getränke im Büro. Für die anderen eine Tätigkeit auszuüben, die sinnstiftend ist und ihnen dabei hilft, sich selbst zu verwirklichen. In dem Artikel „Was ist New Work?“ erklären wir euch, woher New Work eigentlich kommt und welche Ansatzpunkte es zur Umsetzung gibt. Außerdem teilen wir mit euch unsere ganz persönliche Sicht auf New Work vermitteln und wie wir New Work bei nativDigital umsetzen.

Laut dem Urvater des Neuen Arbeitens, Frithjof Bergmann, soll in einer neuen Arbeitswelt jede*r das machen, was er*sie wirklich, wirklich tun möchte. Durch die Digitalisierung und Automatisierung haben wir die Möglichkeit unseren Arbeitsalltag effizienter zu gestalten, uns monotoner und zeitfressender Aufgaben zu entledigen und die neu gewonnene Zeit für genau diese Dinge zu nutzen. Spätestens an dem Punkt stößt aber fast jede*r von uns an eine Grenze. Denn die wenigstens von uns wissen, was sie wirklich tun wollen und tun Dinge, weil sie es irgendwann mal so entschieden haben.

Erst das „Warum?“, dann das „Wie?“

New Work kann uns dabei helfen, das zu tun, was wir wirklich wollen. Purpose, Empowerment, Flexibilität und Kollaboration können als Werkzeuge dabei helfen herauszufinden, was wir wirklich, wirklich tun möchten, welche Bedürfnisse wir befriedigen möchten und was uns begeistert. Jede*r muss für sich selbst erstmal reflektieren, bevor gemeinsame Antworten gefunden werden können. Man muss herausfinden, was einem Spaß macht und eine Arbeit suchen, die dem persönlichen Purpose also dem „Warum“ entspricht. Das „Warum“ ändert sich mit der Zeit, je nach Lebensphase und Erfahrungen und mit ihm auch unsere Arbeit. Bei der Umsetzung von New Work sollten wir also erst auf unsere Bedürfnissen schauen, bevor wir Tools und Methoden zum Einsatz bringen. Denn nur, wenn jede*r den eigentlichen Kern von New Work, das „Warum“, beantworten kann, kann uns das „Wie“ in Form von New Work Tools helfen, das „Warum“ im Unternehmen zu operationalisieren.

Für eine New Work Umsetzung gibt es keine Pauschallösung

Bedürfnisse und der persönliche Purpose sind individuell unterschiedlich. Deshalb gibt es für New Work auch keine Pauschallösung. Selbst innerhalb eines Unternehmens muss New Work aus unterschiedlichen Ansätzen bestehen, um zu funktionieren. Denn bei der Gestaltung einer neuen Arbeitswelt begegnen wir nicht nur der Herausforderung, dass Bedürfnisse per se individuell sind, sondern auch, dass sich unsere Gesellschaft auf verschiedenen Ebenen der Maslow’schen Bedürfnispyramide bewegt.

In vielen Unternehmen spalten sich die Mitarbeiter*innen in diejenigen, ihre Individualbedürfnisse befriedigen wollen und diejenigen, die nach Selbstverwirklichung streben.

Bei dem Streben nach Selbstverwirklichung geht es darum, etwas Sinnhaftes zu tun und die eigenen Fähigkeiten und die Persönlichkeit zu entwickeln. Diese Personen sind in der Regel die Vertreter*innen von New Work. Menschen, die ihre Individualbedürfnisse befriedigen möchten, streben eher nach Werten der „alten“ Arbeitswelt, wie Macht, Anerkennung und Status. In dieser Ambivalenz und der Individualität menschlicher Bedürfnisse liegt für uns die Antwort darauf, was New Work ist.

New Work Umsetzung beginnt bei jedem*r Einzelnen von uns

Wenn ihr euer Unternehmen in die neue Arbeitswelt transformieren wollt, funktioniert das nicht einfach top down. Es reicht nicht aus, für das Unternehmen einen Purpose zu entwickeln, mit dem sich Mitarbeiter*innen aber nicht identifizieren können. Und es reicht auch nicht aus, eine „hippe“ Büroausstattung inklusive Kicketisch ins Büro zu stellen. Ihr solltet euch mit jedem*r eurer Mitarbeiter*innen individuell auseinandersetzen und sie ermutigen, sich selbst die Frage „Was will ich wirklich, wirklich machen?“ zu stellen. Euer individuelles New Work Konzept findet ihr in der Summe bzw. im Mittelwert eurer eigenen Antwort und der Antworten eurer Mitarbeiter*innen. Gemeinsam mit euren Mitarbeiter*innen könnt ihr dann einen Purpose für das Unternehmen entwickeln, mit dem sich alle identifizieren können und den jede*r für sich ausfüllen kann. Dabei kann euch z.B. die Golden Circle Methode helfen. In der operativen Umsetzung dieses Purpose kommen dann wieder New Work Ansätze wie Empowerment, Flexibilität, Kollaboration, etc. zum Tragen. Wichtig ist, dass ihr diese Ansatzpunkte entsprechend den Bedürfnissen eurer Mitarbeiter*innen gestaltet.

New Work ist ein kulturelles Thema

Die Methoden und Tools, mit denen ihr New Work im Unternehmen operationalisiert, kommen nicht ohne eine entsprechende Unternehmenskultur aus. Eine New Work Kultur lebt von Vertrauen, Achtsamkeit, Toleranz, Gemeinschaft und einer offenen Feedback- und Fehlerkultur. Euren Mitarbeiter*innen nützt es beispielsweise nichts, sich Arbeitszeit und -ort flexibel gestalten zu können, wenn Kolleg*innen oder Vorgesetzte kein Vertrauen haben, dass sie ihre Arbeit genauso gewissenhaft machen, wie ohne ein flexibles Modell. Einer der wichtigsten Punkte aus unserer Sicht ist, dass sich jede*r im gesamten Unternehmen traut, andere Wege zu gehen und sich für neue Arbeitsweisen, Prozesse, Konzepte und Werte zu öffnen. Scheitern sollte dabei eine akzeptierte, vielleicht sogar eine willkommene Option sein, zur Weiterentwicklung.

New Work Einflüsse

New Work – Unsere Umsetzung bei nativDigital

Wir tun das, was uns antreibt und wir tun es so, wie es uns Spaß macht. Für uns muss die Arbeit zu unserem Leben passen und nicht umgekehrt. Arbeit und die Zeit, die wir bei der Arbeit verbringen, nimmt einen großen Teil unseres Tages ein. Daher ist es uns wichtig, dass wir Dinge tun, die wir wollen und die uns und anderen helfen. Uns ist aber auch bewusst, dass die Antwort auf die Frage, was wir wirklich, wirklich machen wollen, nicht immer ausschließlich im Arbeitskontext liegen muss. Deshalb geben wir uns Raum und gegenseitiges Verständnis. So können wir auch die Dinge im Privaten machen, die uns einen Sinn geben. Unser gemeinsamer Nenner ist unser Purpose, den jede*r von uns individuell lebt und ausgestaltet. Wir haben als Team unseren Purpose darin gefunden, dass wir die Arbeitswelt von morgen gestalten wollen. Das heißt auch, dass wir zuerst bei uns selbst anfangen müssen. Daher ist Mut ein zentrales Element für uns im Team. Wir ermutigen auch unsere Kund*innen und Partner*innen mutig zu sein und etwas auszuprobieren, auch wenn es erstmal unkonventionell erscheint. Das wichtigste für uns ist aber, dass nichts in Stein gemeißelt ist und wir uns und unseren Purpose regelmäßig hinterfragen. Denn auch wir wissen nicht immer hundertprozentig, was wir wirklich, wirklich machen wollen und diese Dinge können sich jederzeit ändern. Deshalb scheuen wir uns nicht davor auch Änderungen vorzunehmen.

Fazit

New Work ist ein mächtiges Instrument, wenn ihr die Umsetzung individuell für euch und eure Bedürfnisse gestaltet. Neben Arbeitsweisen und Tools geht es in der neuen Arbeitswelt vor allem darum, Menschen in ihrer Individualität zu akzeptieren und zu unterstützen. So lässt sich ein Rahmen schaffen, in dem alle motiviert und effizient arbeiten können. Nicht jede*r Mitarbeiter*in profitiert gleichermaßen von New Work Maßnahmen und nicht immer wird die Selbstverwirklichung im Unternehmen möglich sein. Hinterfragt immer, ob und wie New Work Ansätze im jeweiligen Bereich und bei den Aufgaben Sinn stiften. Es gibt weiterhin viele Menschen, die sich eigentlich in der „alten“ Arbeitswelt wohlfühlen und die kein Bedürfnis nach Veränderungen haben. Begebt ihr euch auf die Reise zu New Work, ermutigen wir euch, euch nicht von gegebenen Strukturen, wie Hierarchien oder Werte, einschränken zu lassen. Seid mutig und schafft euch eure eigene Arbeitswelt.

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