Projekt Beschreibung

Hamburg, den 13.01.2020 – Digitale Robotik ist ein Arbeitsplatzvernichter. So lautet die langläufige Annahme. Doch ist diese Befürchtung berechtigt? Das junge IT-Beratungsunternehmen „nativDigital“ aus Hamburg hilft Unternehmen dabei, zukunftsweisende Automatisierungs-Software in Arbeitsprozesse zu implementieren. Ihre Erfahrung: Roboter können ebenso gut als digitale Helfer eingesetzt werden, die ihren menschlichen Kollegen unliebsame Aufgeben abnehmen.

Mitten in der Hamburger Bernstoffstraße, in einem Büro über St. Paulis kultigem „Studio-Kino“ gestalten 5 junge Leute zwischen 25 und 35 Jahren die Zukunft der Arbeitswelt. Sie nennen sich passend „nativDigital“ und helfen seit 2018 alteingesessenen Unternehmen beim Sprung in den digitalen Arbeitswandel. Damit sind sie in Deutschland echte Vorreiter in einem rasant wachsenden Beratungs-Markt. „Einige unsere Kunden nennen die Roboter kleine Helferlein“, erzählt nativDigital-Geschäftsführer Sebastian Brost. „Unserer Philosophie nach, sollen die neuen Automatisierungs-Möglichkeiten dazu dienen, Arbeitnehmern ihre Jobs zu erleichtern und unliebsame Fleißarbeiten abzubauen, um kreative Freiräume zu schaffen. Panikmache finde ich total kontraproduktiv“.

Spricht man von Automatisierung im Büroalltag, ist damit vor allem „Robotic Process Automation“ kurz RPA gemeint. Digitale Roboter also, die selbstständig ganze Arbeitsabläufe von ihren menschlichen Kollegen übernehmen können. Für die meisten Arbeitnehmer ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass in ihrem Berufsalltag in der Tat innerhalb der kommenden fünf Jahre erste Berührungspunkte mit RPA entstehen. Denn: RPA ist laut Studien [1] der am schnellsten wachsende Markt im Bereich Enterprise-Software. Bis 2025 wird für den Sektor ein Marktvolumen von ca. 4 Mrd US-Dollar erwartet [2]. Viele große Unternehmen starten bereits jetzt Initiativen in dem Bereich oder haben RPA auf ihre Innovationsagenda für die kommenden Jahre gehoben [3]. Der Euphorie und Aufbruchsstimmung stehen aber auch kritische Prognosen entgegen. Jeder sechste Arbeitsplatz könnte laut einer im April 2019 veröffentlichten Studie der OECD [4] in Deutschland durch die fortschreitende Automatisierung bedroht sein, wobei insbesondere gering qualifizierte Arbeitskräfte betroffen wären.

Im normalen Büroalltag können Automatisierungslösungen schon heute mit Applikationen interagieren, Daten verarbeiten und sogar Dokumente auslesen. Diese Aktivitäten lassen sich in einzelne Arbeitsschritte übertragen. Der dadurch mögliche hohe Individualisierungsgrad ist eine der größten Stärken von RPA. Doch basieren diese Abläufe auf strengen mathematischen Regeln und die Verbindung von RPA und flexiblerer Künstlicher Intelligenz steckt noch in den Kinderschuhen. Bei kreativen Aufgaben und Entscheidungssituationen genauso wie konzeptionellen und abstimmungsintensiven Tätigkeiten bleibt der Mensch deshalb elementar wichtig. Mit anderen Worten: Der Roboter arbeitet dem Menschen zu, nicht umgekehrt. „Unsere Erfahrung zeigt, dass die Unternehmen, die wir beraten, durch RPA erhebliche Entlastung im Arbeitsalltag empfinden. Lästige Aufgaben können abgeben werden. Stattdessen rücken auf die lange Bank geschobene kreative sowie strategische Aufgaben endlich wieder in den Fokus.“, so Brost.

Glaubt man den jungen Köpfen nativDigital, eröffnet RPA eine neue Arbeitswelt mit viel Raum für kreative Entfaltung, in der Mitarbeiter ihre Arbeitszeugnisse ähnlich automatisiert erhalten, wie sie ein Produkt bei Amazon bestellen. Rechnungsstellungen sowie wöchentliche Reportings am Montagmorgen können auf Knopfdruck durch digitale Helfer erledigt werden. „Dass einige der Mitarbeiter in den Unternehmen, die wir beraten, ihre Roboter mittlerweile auch schon kleine Helferlein nennen, sagt für mich viel über die Einstellung der Mitarbeiter aus. Sie haben keine Angst vor ihnen sondern freuen sich über die Unterstützung“ resümiert Brost. „Wir wollen keine Berater sein, die Unternehmen dabei helfen Arbeitsplätze wegzurationalisieren – sondern im Gegenteil nervige Arbeiten abnehmen, damit sich Mitarbeiter wieder auf ihre spannenden und wichtigen Aufgaben konzentrieren können. Das scheint uns viel zukunftsweisender zu sein.“

 

Quellen:

[1] https://www.gartner.com/en/newsroom/press-releases/2019-06-24-gartner-says-worldwide-robotic-process-automation-sof

[2] https://www.grandviewresearch.com/press-release/global-robotic-process-automation-rpa-market

[3] https://www2.deloitte.com/bg/en/pages/technology/articles/deloitte-global-rpa-survey-2018.html

[4] https://read.oecd-ilibrary.org/employment/oecd-employment-outlook-2019_9ee00155-en#page16