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Für das Festlegen von Maßnahmen während der Retrospektive hilft euch die Retro-Methode „Fragenkreis“.

Phase „Maßnahmen festlegen“ 

Wir haben inzwischen schon einige Phasen der Retro durchlaufen. So haben wir initial den Rahmen für die Retro beispielsweise mittels der Methode FEUG geschaffen. Dann haben wir Informationen, z.B. mit der Methode Retro Hochzeit, gesammelt und neue Einsichten durch Methoden wie 5x Warum gewonnen. Für diese Einsichten leiten wir im nächsten Schritt Maßnahmen ab. Die Maßnahmen sind das Ergebnis der Retrospektive. Diese werden in der kommenden Iteration umgesetzt.

Teammitglieder werden ermutigt Fragen zu stellen und zu beantworten, um ein gemeinsam abgestimmtes Vorgehen zu erreichen.

Methode Fragenkreis

So funktioniert der Fragenkreis

Bildet mit dem Team einen Sitzkreis und stellt die Methode vor. Ihr könnt sie beispielsweise so eröffnen: „Manchmal ist der beste Weg Antworten zu finden, Fragen zu stellen“.

Es geht also darum ein gemeinsames Ergebnis der Retroperspektive mittels gezielter Fragen zu finden. Die Ergebnisse können dabei Learnings aber auch Entscheidungen sein. Bis Ablauf der Zeit werden die Fragen reihum gestellt. Nutzt einen Timer, um eure Zeit im Blick zu haben.

Fragenkreis

Stellt eurem/eurer Sitznachbar*in eine Frage. Orientiert euch dabei an den bisher gewonnen Einsichten. Das Ziel ist es, für eure Einsichten Maßnahmen abzuleiten, die ihr in der nächsten Iteration umsetzt. Stellt gezielte Fragen. Zum Beispiel: „Was sollten wir deiner Meinung nach in der nächsten Iteration mit höchster Priorität für uns ausprobieren?“. Der/die Nachbar*in antwortet aus seiner/ihrer Perspektive. Nach der Beantwortung stellt der/die Befragte eine Frage an eine weitere Person. Dabei kann die aktuelle Diskussion fortgesetzt werden, wenn es noch weitere Ideen zu Maßnahmen gibt. Alternativ beginnt ihr mit einer neuen Frage.

Dies geht so lange weiter bis das Team alle Fragen zu dem Thema losgeworden ist und einen Konsens erreicht hat.

Was bedeutet das Ergebnis für das Meeting?

Der Fragenkreis ist eine großartige Methode, um das gesammelte Wissen und Meinung zu einem Thema zusammenzutragen. Dabei hilft sie ein gemeinsames Verständnis zu erzeugen und eine gemeinsame Richtung zu definieren. Innerhalb der Retro hilft die Methode gezielt Ergebnisse zum weiteren Vorgehen zu erhalten.

Unsere Best Practices

Als Moderator*in ist es wichtig darauf zu achten, dass der Fragenkreis immer reihum geht und jeder im Team die Möglichkeit hat zu antworten. Bei einem vorherigen Abbruch, beispielweise direkt am Ende der Timebox, könnte das das Signal senden, dass einzelne Meinungen nicht so wichtig sind.

Der Fragenkreis ist eine sehr mächtige Methode. Damit sich die Wirkung voll entfalten kann, empfehlen wir alle zu einer kurzen Pause zwischen Antwort und Frage zu ermutigen. So können die gegebenen Antworten durchdacht werden. Auch das Gefühl gehört zu werden steigt und somit tendenziell auch die Qualität der Ideen.

Vertrauen ist ein wichtiger Punkt für selbst-organisierte Teams. Der Fragenkreis sorgt dafür, dass alle Teammitglieder gleich viel Gehör finden. Dies fördert auch das Vertrauen in der Gruppe.

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