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Die Methode „4 L“ hilft uns in der Sprint Retrospektive dabei Informationen über den vergangenen Sprint zu sammeln. Dabei funktioniert sie ähnlich, wie z.B. die Retro Hochzeit, bei der Aspekte in Kategorien eingeordnet werden, die im Sprint gut und schlecht gelaufen sind.

Wofür stehen die 4 L?

Die „4 Ls“ der retrospektiven Methode leiten sich dabei aus den vier Kategorien aus dem englischen „Original“ ab. Die Kategorien sind:

  • What I LOVED

    • Was lief richtig gut?
    • Was lief besser als erwartet?
  • What I LEARNED

    • Was habe ich gelernt?
    • Was war eine neue Erfahrung?
  • What I LACKED

    • Was habe ich vermisst?
    • Was hätte besser laufen können?
  • What I LONGED for

    • Wonach habe ich mich gesehnt?
    • Was hat mir gefehlt?
    • Was hätte mir geholfen?

Die Methode hilft uns herauszufinden, wie die Teammitglieder den letzten Sprint erlebt haben.

Die Erlebnisse des Sprints mit der 4 L Methode zusammenfassen

Retrospektive Methode 4L's - Skizze der vier Kategorien die zu bewerten sind.

Der/die Moderator*in bereitet bei dieser Methode vier verschiedene Flipcharts vor. Jedes davon bildet eine der vier Kategorien ab. Wir nutzen die Flipcharts, um darauf unsere Informationen zu sammeln. Das kann z.B. so aussehen: Das Team bekommt 10 Minuten Zeit, um jeder für sich zu den unterschiedlichen Aspekten die eigenen Gedanken zu notieren. Diese schreiben die Teilnehmer*innen jeweils auf ein Post-It. Im Anschluss kleben die Teammitglieder nacheinander die eigenen Post-Its auf das Flipchart und kommentiert den Aspekt bei Bedarf kurz.

Grundlage schaffen für den Rest der Retrospektive

Im Anschluss teilt der/die Moderator*in die Teilnehmer*innen in vier Gruppen auf. Jede Gruppe beschäftigt sich mit einer der L-Kategorien der Retrospektiven Methode. Dabei geht es darum, die gesammelten Aspekte bei Bedarf zu clustern und Muster zu erkennen. Die Erkenntnisse aus den Gruppen werden dann der gesamten Runde präsentiert, sodass alle einen Überblick über jede der Kategorien haben.

Über positive Erfahrungen sprechen ist wichtig

Mithilfe der Kategorien „Was lief richtig gut?“ und „Was habe ich gelernt?“ entlocken wir den Teilnehmer*innen in der Retrospektive außerdem besonders positive Erfahrungen aus der letzten Iteration. Häufig sind dies die Dinge, die wenig angesprochen und wertgeschätzt werden. Es ist oft sehr erfrischend, sich eben nicht nur auf die negativen oder verbesserungsbedürftigen Aspekte zu fokussieren.

Was bedeutet das Ergebnis für das Meeting?

Besonders in längeren Sprints hilft uns diese Retrospektive Methode, das geschehene strukturiert Revue passieren zu lassen.
Mit den gesammelten Informationen können wir optimal in die nächste Phase starten. Beispielsweise kann man im Anschluss mit der Methode „5x warum“ genauer herausfinden, warum bestimmte Aspekte besonders gut angekommen sind oder auch gefehlt haben im vergangenen Sprint.

Unsere Best Practices

Je nachdem wie viele Aspekte aufgekommen sind, kann es sinnvoll sein, dass die Teammitglieder diese priorisieren. Dazu bekommt jede*r Teilnehmer*innen 3-5 Klebepunkte, um die für einen selbst wichtigsten Punkte zu markieren. Somit ist klar, mit welchen Aspekten im nächsten Schritt weitergearbeitet wird, ohne den Rahmen zu sprengen.

Wie auch bei allen anderen retrospektiven Methoden ist es auch bei der 4 L Methode sinnvoll, die Arbeits- und Diskussionsphasen mit einer Timebox klar abzustecken. Zu Beginn ist das für viele Teilnehmer*innen komisch und setzt sie unter Druck. Auf die Dauer bewehrt sich das timeboxen aber und macht die Retrospektive insgesamt produktiver.

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