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Ziel der ersten Phase einer Retrospektive, der „Rahmen schaffen“ Phase, ist es, ein Gesprächsklima zu schaffen. Hierbei ist der*die Moderator*in, oftmals Scrum Master, gefragt durch eine Auswahl an Methoden dieses Ziel zu erreichen. Die Methode „Grüße aus der Iteration“ ist eine gute Möglichkeit, um den Einstieg für das Team zu erleichtern und alle auf die Retrospektive einzustimmen. Der*die Moderator*in verteilt blanko Postkarten oder einfache weiße Zettel in der Größe von Postkarten. Jedes Teammitglied hat nun die Aufgabe die Postkarte zu gestalten. Sowohl die Vorderseite als auch die Rückseite und erhält dafür 10 Minuten Zeit.

Retro Methode - Grüße aus der Iteration

Die Gestaltung der Postkarte enthält folgende Aufgaben:

  • Adresse – an wen möchte ich meine Postkarte schicken?

  • Text – was will ich der Person sagen?
  • Grafische Gestaltung der Vorderseite – wie kann ich es visuell ausdrücken?

Der*die Moderator*in weist darauf hin, dass die Postkarte an eine Person adressiert sein muss. Das kann ein Teammitglied sein oder jemand, den das Team kennt.

Sobald alle Postkarten gestaltet sind, werden sie eingesammelt und im Team neu verteilt. Jeder liest seine erhaltene Postkarte vor.

Was bedeutet das Ergebnis für das Meeting?

Die Methode Grüße aus der Iteration bietet den Teammitgliedern die Chance wichtige Momente oder Geschehnisse, die innerhalb der vergangenen Iteration passiert sind, zu adressieren. Durch die schriftliche Kommunikation haben wir von nativDigital die Erfahrung gemacht, dass die Übermittlung einer Botschaft an jemanden im Team häufig leichter von der Hand geht.

Der*die Moderator*in erhält einen ersten Eindruck, was wichtige Themen der Retro sein können. Wir empfehlen die aufbauenden Methoden der nachfolgenden Phasen an die Ergebnisse anzupassen und Raum zu bieten, die aufkommenden Themen zu klären. Häufig erleben wir, dass hinter den geschriebenen Botschaften wichtige Erkenntnisse, Learnings oder auch Konflikte stehen.

Wann wir in die nächste Phase starten können

Nach dem Teilen der Eindrücke, die wir durch die Postkarten erhalten haben, empfehlen wir, weitere Methoden aus der aktuellen Phase „Rahmen schaffen“ schaffen anzuwenden, wenn das Eis noch nicht gebrochen ist. Wir sollten die Phase Informationen sammeln erst beginnen, wenn wir uns sicher sind, dass wir über die wirklich wichtigen Themen der Iteration sprechen können. Sollte der Grad der Offenheit noch nicht erreicht sein, nutzen wir noch eine oder zwei Methoden aus der ersten Phase, um uns vorzubereiten. Beispielsweise kann man die „FEUG“-Methode an dieser Stelle einsetzen.

Unsere Best Practices

Um die Methode „Grüße aus der Iteration“ möglichst lebhaft zu gestalten, empfehlen wir genug Stifte parat zu haben – auch bunte Stifte helfen bei der Gestaltung. Schließlich soll unser Adressat unser Bild nicht erraten müssen und bunte Zeichnungen helfen dabei enorm. Wir sprechen da aus Erfahrung.

Die Methode eignet sich immer, wenn wir einen besonders ereignisreichen Sprint hinter uns haben. So haben wir die Chance über den Sprint zu reflektieren und einen wichtigen Schlüsselmoment auszuwählen. Uns wird dann oft bewusst, was wir alles in dem Sprint geleistet haben.

Sobald wir uns warm gelaufen haben, können wir in die nächste Phase starten und haben ein tolles Andenken an die Retro – die Bilder machen sich im Büro an einer Wand übrigens gut!

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