Die Methode Mad, Sad, Glad kann sehr hilfreich sein beim Bewusstmachen und der Bewertung dessen, was im letzten Sprint passiert ist. Ist die Sprintdauer 4 Wochen oder länger, ist es nicht immer einfach sich vor Augen zu führen, welche Ereignisse den Ablauf beeinflusst haben. Daher ist das Ziel der Methode die Beschaffung und Bewertung von Informationen über das, was im letzten Sprint passiert ist. Da der Mensch sich am besten an Ereignisse in Verbindung mit Gefühlen erinnern kann, wollen wir eine Bewertungsmethode vorstellen, welche genau diese Eigenschaft benutzt.

Das Team ruft Ereignisse des Sprints anhand der damit verbundenen Gefühle ab

Nachdem im ersten Teil der Retrospektive bereits der allgemeine Gefühlszustand des Teams ermittelt wurde, wird diesem nun durch die Mad, Sad, Glad-Methode weiter auf den Grund gegangen.

Mad, Sad und Glad steht im übertragenen Sinne für „verärgert“, „unglücklich“ und „glücklich“. Diese beschreiben extreme Gefühlszustände, welche die Teammitglieder mit Ereignissen des vergangenen Sprints in Verbindung bringen sollen. Wichtig ist hierbei, dass jeder seine eigene Gefühlswelt mitbringt und somit Ereignisse ggf. unterschiedlich bewertet. Durch das Anwenden dieser Methode, lässt sich feststellen, dass Ereignisse hervorgehoben und auch anders bewertet werden.

Für jeden Gefühlszustand ein Flipchart!

Voraussetzungen der Bewertungsmethode Mad, Sad, Glad

Nachdem die grundlegende Idee erläutert wurde, bewaffnen sich alle Teammitglieder mit Post-its und Stiften . Der Moderator sollte 3 Flipcharts vorbereiten– je eins für jeden Gefühlszustand.. Im nächsten Schritt schreibt jedes Teammitglied die Ereignisse des Sprints auf, welche, nach eigener Bewertung, zu den jeweiligen Gefühlszuständen, Mad, Sad und Glad, passen. Hierfür sollten 10 Minuten ausreichen. Daraufhin befestigen die Teilnehmer die Post-its der Reihe nach an den Flipcharts. Bei thematischen Überschneidungen, bildet das Team Cluster und benennt diese bei Bedarf um.

Mad, Sad, Glad - Bewertungsmethode Scrum

Was bedeutet das Ergebnis für das Meeting?

Nachdem sich alle Teammitglieder ein Bild von den angehefteten Mad,Sad und Glad Post-its gemacht haben, werden die einzelnen Punkte besprochen. Was fällt auf? Ergeben sich sichtbare Muster in der Bewertung der Ereignisse? Lässt sich aus der Verteilung eine Gesamtstimmung ableiten oder stechen bestimmte Ereignisse besonders heraus?

Es ist wichtig sich die Zeit zu nehmen, um über alle genannten Punkte zu sprechen. So kann das Team nicht besprochene Konflikte erkennen, oder schlecht geplante beziehungsweise schwerfällig zu erledigende Aufgaben aufbereiten. Hierdurch lassen sich dann Maßnahmen ableiten, um zukünftig anders zu agieren oder neue Ansätze auszuprobieren. Wir können diese Bewertungsmethode auch nutzen, um Erfolge nochmal zu feiern oder uns gegenseitig bewusst zu machen.

Unsere Best Practices

Interessant ist der Fakt, dass individuell gefühlte Wahrheiten oft zu einem anderen Gesamtbild und einer anderen Bewertung führen als niedergeschriebene Fakten. Hierdurch werden Themen angesprochen, die normalerweise eher wenig Beachtung finden. Die abgeleiteten Maßnahmen können uns helfen, dass wir bestimmte Situationen in Zukunft besser handhaben können oder positive Ereignisse manifestieren. Die Mad, Sad, Glad-Methode ist unserer Erfahrung nach daher besonders nach emotional  stürmischen Zeiten oder wenn wir das Gefühl haben, dass etwas in Schieflage geraten ist, geeignet.