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Die Pacman Methode  ist eine von vielen Methoden für die Sprint Retrospektive (kurz Retro), die auch wir gerne anwenden. Sie hilft euch in der zweiten Phase der Sprint Retrospektive („Informationen sammeln“) dabei, den vergangenen Sprint Revue passieren zu lassen. Eine Retrospektive könnt ihr am Ende eines Sprints durchführen, um die positiven Dinge und eure Erfolge anzuerkennen. Gleichermaßen solltet ihr über die Dinge sprechen, die nicht so gut gelaufen sind. Ziel ist es, dass ihr am Ende eurer Retro aus diesen Punkten heraus festgelegt habt, was ihr im nächsten Sprint besser machen möchtet und welche Dinge ihr bewusst beibehalten wollt. Da es schwierig sein kann die Erfolge und Herausforderungen des vergangenen Sprints zu reflektieren, ist es in der Regel hilfreich, eine Retro Methode anzuwenden. In diesem Beitrag stellen wir euch die Pacman Methode vor.

Was steckt hinter der Pacman Methode?

Bei der Pacman Retro Methode gibt es angelehnt an das ikonische Computerspiel der 80er-Jahre vier Kategorien, die ihr zur retrospektiven Betrachtung eures Sprints nutzen könnt:

Pacman
Pacman Methode
Pacman Methode

Pacman steht für das Team, das versucht so viele Punkte (Power Pellets) wie möglich zu essen, ohne vom Geist gefangen zu werden. Unter dieser Kategorie sammelt ihr alles, was euch als Team gut gelungen ist oder was positiv zu eurem Teamgefüge beigetragen hat. Hier liegt der Fokus also auf dem Team.

Der Geist steht für all das, was euch zurückgehalten hat oder davon abgehalten hat, eure Ziele in diesem Sprint zu erreichen.

Bei den Power Pellets sammelt ihr alles, was im vergangenen Sprint richtig gut war. Das können Dinge sein, die euch geholfen haben oder solche, die ihr öfters tun solltet. Hier könnt ihr beispielsweise auch positive Erkenntnisse nennen, die ihr gemacht habt oder gute Erfahrungen.

In der vierten Kategorie ist die der verbleibenden Leben. Dort ordnet ihr alles ein, was ihr im nächsten Sprint anders machen wollt oder müsst.

Der*die Moderator*in bereitet die Methode auf einem Flipchart oder in einem digitalen Whiteboard-Tool vor. Hierfür benötigt ihr eine Zeichnung, die Pacman, den Geist, die Power Pellets und die verbleibenden Leben enthält. Ihr könnt euch gerne die Zeichnung kopieren, die wir in unserer Retrospektive verwendet haben.

Pacman Methode

Den Sprint in vier Kategorien reflektieren

Bevor ihr in diese Phase der Sprint Retro startet, solltet ihr in der Phase „Rahmen schaffen“ den Teilnehmer*innen Zeit geben, zu reflektieren, was in der vergangenen Sprintiteration passiert ist. Zum Start der Pacman Methode sollte der*die Moderator*in allen Teilnehmer*innen das Vorgehen erklären. Dabei sollten auch die vier Kategorien der Pacman Methode erklärt werden. Gebt euren Teilnehmer*innen zehn Minuten Zeit, um sich in Einzelarbeit zu jeder der vier Kategorien Gedanken zu machen. Diese Punkte notieren sie auf einzelnen Sticky Notes. Anschließend kleben die Teilnehmer*innen nacheinander ihre Sticky Notes zu der entsprechenden Kategorie auf das Flipchart. Dabei können sie ihre Punkte kurz erklären.

Pacman

Über Positives und Negatives mit dem Team sprechen

Erfahrungsgemäß sprechen Teilnehmer*innen eher Dinge an, die negativ waren oder nicht so gut liefen. Diese Punkte sind natürlich wichtig, um aus Fehlern zu lernen und kontinuierlich besser zu werden. Es ist aber genauso wichtig, auch über die positiven Erlebnisse und Aspekte eines Sprints im Team zu sprechen. So könnt ihr euren Kolleg*innen und dem gesamten Team eure Wertschätzung zeigen und eure Erfolge gemeinsam feiern. Daher ist es wichtig, dass ihr den positiven Kategorien „Pacman“ und „Power Pellets“ genauso viel Aufmerksamkeit schenkt, wie den negativen bzw. kritischen Kategorien „Geist“ und „verbleibende Leben“.

Was bedeutet das Ergebnis für das Meeting?

Die Pacman Methode hilft euch dabei, den vergangenen Sprint detailliert und strukturiert Revue passieren zu lassen. Durch die leitenden Kategorien kommen häufig auch nochmal Punkte auf, die den Teilnehmer*innen im ersten Moment nicht eingefallen wären. Im weiteren Verlauf der Sprint Retrospektive arbeitet ihr mit diesen Punkten weiter. In der nächsten Phase der Retrospektive ist es das Ziel, euren Herausforderungen und Problemen auf den Grund zu gehen. Die Methode „Lernmatrix“ unterstützt euch beispielsweise dabei.

Unsere Best Practices

Vor allem, wenn ihr mit der Pacman Methode viele Themen sammelt, solltet ihr diese für die weiteren Phasen der Sprint Retrospektive nochmal auf wenige Punkte reduzieren. Dazu könnt ihr eure Themen in zusammenhängende Bereiche clustern und die euch wichtigsten Punkte mittels eines Votings mit Klebepunkten ermitteln.

Bei einer Retrospektive kommen häufig sensible Themen oder Punkte mit viel Diskussionsbedarf auf. Um im zeitlichen Rahmen zu bleiben, solltet ihr euch immer wieder darüber bewusstwerden, dass es in dieser Phase erstmal um das reine Sammeln dieser Punkte geht. Dabei kann es euch helfen, mit festen Timeboxes zu arbeiten, um den Rahmen zu visualisieren und zu strukturieren. Sowohl beim „stillen“ Sammeln der Punkte als auch bei deren Vorstellung in der Gruppe könnt ihr so sicherstellen, dass ihr den zeitlichen Rahmen einhaltet. Gerade, weil ihr gegebenenfalls über schwierige Themen sprecht, sollten alle Teilnehmer*innen ausreichend Zeit bekommen, um ihre Themen zu teilen und dem Team zu erklären.

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