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Die Retro Methode Starfish ist vermutlich die gängigste und bekannteste Retro Methode. Diese hilft uns in der 4. Phase dabei, Maßnahmen für die kommende Iteration festzulegen.

Wir sind in der Phase „Maßnahmen festlegen“

Bis hierhin haben wir schon einiges geschafft: der Rahmen für die Retrospektive ist geschaffen, z.B. mithilfe der Methode Grüße aus der Iteration. Wir haben den letzten Sprint reflektiert und Informationen gesammelt und aufbereitet – beispielsweise mit einem Zeitstrahl. Wir haben uns diese Informationen noch einmal genauer angeschaut und z.B. 5x Warum gefragt, um den Vorkommnissen auf den Grund zu gehen. Jetzt geht es darum, Maßnahmen zur Veränderung oder Verbesserung für die nächste Iteration festzulegen.

Die Starfish Methode hilft uns dabei, Verbindlichkeit zu schaffen. Es wird nicht nur gemeckert, sondern direkt Maßnahmen festgelegt, auf die sich alle berufen können.

Für eine Starfish Retro bereitet der/die Moderator*in ein Flipchart wie dieses vor:

Starfish Methode

Im nächsten Sprint werden die Maßnahmen ausprobiert

Ob Starfish, Stern oder Rad mit Speichen –  es geht darum, die Kategorien „Start, „Stopp“, „Weiter“, „Häufiger“ und „Seltener“ abzubilden. Die Teilnehmer*innen bekommen 5 Minuten Zeit, um sich Aspekte für die jeweilige Kategorie zu überlegen. Dabei stellen sie sich folgende Fragen:

  • START – Was sollten wir Neues ausprobieren?

  • STOPP – Was sollten wir lieber nicht mehr machen?

  • WEITER – Was sollten wir so beibehalten?

  • HÄUFIGER – Was tun wir bereits und sollten wir öfter machen?

  • SELTENER – Was tun wir gerade und sollten wir weniger oft machen?

Im Anschluss werden die Post-its angeklebt und vorgestellt. Der/die Moderator*in fasst mehrfach genannte Aspekte zusammen.

Um festzulegen, welche Maßnahmen im nächsten Sprint ausprobiert werden sollen, stimmt das Team mithilfe von Klebepunkten ab. Jede*r Teilnehmer*in bekommt 3 Klebepunkte und kann diese auf die für sie wichtigsten Zettel auf dem abgebildeten Seestern kleben. Das Team entscheidet, wie viele der Top-Maßnahmen umgesetzt werden.

Was bedeutet das für das Meeting?

Das Ergebnis der Starfish Methode ist ein guter Indikator dafür, wie gut das Team bereits zusammenarbeitet. Wenn es viele „Stopp“ und „Seltener“ Aspekte gibt, scheint es an der Arbeitsweise noch einiges zu verbessern zu geben.

Mit der Festlegung der Maßnahmen für den nächsten Sprint ist die Retrospektive inhaltlich abgeschlossen. Das Team hat gemeinsam den Sprint Revue passieren lassen und festgelegt, welche Maßnahmen sie zur Verbesserung der Zusammenarbeit in der nächsten Iteration ausprobieren wollen. Alle erklären sich bereit, diese Maßnahmen mitzutragen.

Unsere Tipps

Die Erfahrung hat gezeigt, dass das Team sich mit den Maßnahmen für den nächsten Sprint nicht übernehmen sollte. Nicht alle Maßnahmen, die in der Starfish Retro identifiziert werden, müssen direkt angegangen werden. Das oben genannte Voting mit Klebepunkte hilft bei der Priorisierung. Die Arbeitsweise zu ändern ist aufwändig und kostet Zeit und Mühe. Damit das Team sich im kommenden Sprint nicht nur mit der eigenen Arbeitsweise beschäftigt, kann es reichen, wenn eine Maßnahme umgesetzt wird.

Für die nächste Retrospektive ist es wichtig, die Maßnahme wieder zu reflektieren – hat es etwas gebracht? Was könnten wir noch verbessern? Sollten wir es doch lieber sein lassen? Dafür können wir wiederum in unseren Methodenkoffer greifen.

Die Starfish Methode kann grundsätzlich auch gut in der Phase „Informationen sammeln“ verwendet werden. Seid beim Einsatz der Methoden innerhalb der Retrospektive ruhig kreativ! Um eure Retro abzuschließen, könnt ihr z.B. das Retro Dart nutzen oder andere Abschluss Retro Abschluss Methoden.

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