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Die sogenannte Toffifee Methode könnt ihr in der Phase „Informationen sammeln“ eurer Retrospektive anwenden. Sie hilft euch dabei, anhand von Leitfragen den letzten Sprint zu reflektieren. Wie auch mit der „4L Methode“, der Methode „Mad, Sad, Glad“ oder der „Retro Hochzeit“ sammelt ihr Informationen darüber, was im letzten Sprint passiert ist.

Toffifee Methode

Ablauf der Toffifee Methode

Die Toffifee Methode könnt ihr sowohl digital als auch gemeinsam vor Ort durchführen.

In der Vorbereitung geht es vor allem darum, das digitale Whiteboard oder das Flipchart für die Methode zu erstellen. Das kann z.B. so aussehen:

Toffifee Methode

Bereitet dazu drei Kategorien vor:

  • Was war süß wie Schokolade?

  • Welche Nuss haben wir geknackt?

  • Was ist kleben geblieben?

Erklärt zum Start der Retrospektive als erstes die Methode. Klärt alle Fragen, sodass alle das gleiche Verständnis haben.

Gebt den Teilnehmer*innen dann ca. 10 Minuten Zeit für ein Brainstorming zu den Fragen. Für die Beantwortung kann es hilfreich sein nochmal in den eigenen Kalender zu schauen, die Items aus dem Sprint anzuschauen oder auch eigene Notizen durchzugehen. Das Brainstorming geschieht still in Einzelarbeit. Stellt hier zur Hilfe einen Timer, den alle währenddessen gut im Blick haben können. Die Teilnehmer*innen notieren einen Gedanken pro Post-it.

Im Anschluss stellt jede*r einzelne die eigenen Post-its vor und gibt bei Bedarf eine kurze Erklärung dazu. Für die spätere Weiterarbeit könnt ihr hier schon darauf achten thematisch zusammengehörige Themen zu clustern.

Die Fragen der Toffifee Retro

Wie auch in den anderen Retro Methoden nutzen wir Leitfragen für die Reflektion des vergangenen Sprints. Diese Fragen sind natürlich angelehnt an die beliebte Süßigkeit. Bekanntermaßen besteht Toffifee aus „Haselnuss in Karamell, Nougatcreme und Schokolade“. Die Fragen lauten daher im Fall der Toffifee Retrospektive wie folgt:

Was war süß wie Schokolade?

Oder auch – „Was war besonders toll?“ / „Was hat besonders gut geklappt?“

Teilt unter dieser Frage alle Dinge, die ihr im Sprint als besonders positiv wahrgenommen habt. Hier habt ihr Platz für Lob an einzelne Personen oder gesamte Prozessabläufe. Dieser Punkt ist aus unserer Sicht sehr wichtig! Wir haben alle oft eine Tendenz dazu, vor allem über Negatives zu sprechen und über die Aspekte, die uns geärgert haben oder die wir uns anders wünschen. Aber nach unserer Erfahrung gibt es immer auch Positives, das es hervorzuheben und vor allem beizubehalten gilt. Nutzt daher die Gelegenheit genau dies auch in der Retro anzusprechen

Welche Nuss haben wir geknackt?

Im übertragenen Sinne für die Frage „Welche Herausforderungen haben wir gemeistert?“ bzw. „Vor welchen Herausforderungen standen wir im letzten Sprint?“

Als Antwort auf diese Frage könnt ihr alles platzieren, das euch im letzten Sprint herausgefordert hat. Teilt hier sowohl die Dinge, die ihr erfolgreich auflösen konntet, aber auch solche, die weiterhin eine „zu knackende Nuss“ darstellen. Für diese noch offenen Baustellen könnt ihr in den folgenden Schritten der Retrospektive Maßnahmen zur Bewältigung finden. Bei den bereits geknackten Nüssen ist es für die weiteren Teilnehmer*innen der Retro sicher außerdem spannend zu erfahren, wie ihr dies erreicht habt und wie ihr mit der Situation umgegangen seid.

Was ist kleben geblieben?

Also „Was haben wir gelernt?“ oder auch „Was nehmen wir mit?“

Diese Frage lässt sich unterschiedlich interpretieren. Hier könnt ihr zum einen alle Learnings aus dem vergangenen Sprint sammeln, eure wichtigsten Erkenntnisse und Veränderungen, die ihr anstoßen wollt, mit dem Team teilen. Wir haben hier zum anderen alles gesammelt, was uns weiterhin beschäftigen wird. Das können Aufgaben sein, die wir nicht geschafft haben oder Herausforderungen, die weiterhin bestehen.

Was bedeutet das Ergebnis für das Meeting?

Mithilfe der Methode „Toffifee Retro“ verschafft ihr euch im Team einen guten Überblick darüber, was in den letzten Wochen passiert ist. Außerdem erfahrt ihr, wie andere Teammitglieder Situationen und Abläufe erlebt haben und welche Spannungen sie ggf. wahrgenommen haben. Insbesondere diesen Aspekt finden wir immer sehr wertvoll. Die Retrospektive ist ein wunderbarer Ort, um die Kolleg*innen und ihre aktuelle Stimmung/ Situation besser verstehen zu können.

Im weiteren Verlauf des Meetings nutzt ihr diese gesammelten Informationen, um herauszufinden, wie ihr die Themen im nächsten Sprint auflösen könnt. Es kann sinnvoll sein, die Baustellen zu priorisieren und gemeinsam klar festzulegen, was im nächsten Sprint aufgelöst werden soll. Wir nutzen dazu gerne ein einfaches Voting mit Klebepunkten. So ermittelt ihr die Aspekte, zu denen ihr in den nächsten Phasen der Retro mehr Einsichten gewinnen und dann Maßnahmen festlegen möchtet.

Unsere Best Practices

Wenn euer Sprint eher lang ist, kann es den Teilnehmer*innen schwerfallen, sich an alle Details aus dem Sprint zu erinnern. Um die Erinnerung etwas aufzufrischen, könnt ihr zum Beispiel vorab einen Retro-Zeitstrahl befüllen. Weist eure Teilnehmer*innen darauf hin, Kalender, Chatverläufe, Sprint Items, Workshopergebnisse etc. zu Rate zu ziehen.

Generell hilft es immer, während des Sprints schon Notizen zu Situationen und Erlebnissen zu machen, die ihr später in der Retro ansprechen möchtet.

💡 Profi Tipp für die Toffifee Retro: Bringt wirklich Toffifee mit! Als wir die Methode das erste Mal bei uns im nativDigital-Team ausprobiert haben, war die Enttäuschung groß, dass es als begleitenden Snack keine Toffifees gab. Wenn ihr als Moderator*innen und Organisator*innen also eine rundum gelungene Toffifee Retro durchführen wollt, besorgt ihr vorbereitend eine Packung Toffifee für alle Teilnehmer*innen

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