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Nach Ende eines Sprints oder Iteration oder auch nach Ende eines Projektes, nutzen wir die Zeit, um inne zu halten und über das bisherige zu reflektieren. In der Retrospektive beginnen wir z.B. mit Grüßen aus der Iteration und sammeln unsere Informationen mit der Retro Hochzeit. Im Anschluss steigen wir in die Phase „Einsichten gewinnen“ ein. Hier versuchen wir wirklich herausfinden, warum etwas gut oder weniger gut gelaufen ist. Das kann uns manchmal schwer fallen. Mit der Methode „Zurück in die Zukunft“ nutzen wir einen alternativen Ansatz. Anstatt zurück zu schauen und uns zu fragen, wieso etwas in der Vergangenheit passiert ist, richten wir unseren Blick in die Zukunft. Wir stellen uns also einen zukünftigen Sprint vor.

Mit dem Blick in die Zukunft etwas lernen

Bei der Anwendung der Methode zurück in die Zukunft stellen wir uns den nächsten Sprint vor. Wir fragen uns, wie wäre der Sprint gelaufen, wenn es perfekt gelaufen wäre?

Für die Methode brauchen wir unsere Fantasie und müssen uns trauen ganz frei zu denken. Wir versetzten uns in die Situation, dass wir am Ende eines Sprints, Releases oder Projektes stehen. Wir stellen fest, dass der Sprint z.B. der produktivste und reibungsloseste war, den wir je hatten.

Um uns in diese Situation zu versetzen und den Sprint zu bewerten, können wir folgende Leitfragen nutzen, um unsere Fantasie zu beschreiben:

  • Wie haben wir als Team gearbeitet?
  • Was haben wir erlebt?
  • Was haben wir in unserer Fantasie gesehen?
  • Was war besonders ausschlaggebend?
  • Worüber haben wir uns gefreut?

Im Anschluss stellen wir unsere Zukunftsbilder gegenseitig im Team vor. Aus den erzählten Geschichten leiten wir für uns Dinge ab, die unser Zukunfts-Team anders gemacht hat. Unser Ziel ist es, anhand der Geschichten herauszufinden, was wir für die Gegenwart ableiten können.

Was bedeutet das Ergebnis für das Meeting?

Die Methode „Zurück in die Zukunft“ hilft uns, wenn wir Veränderungen nicht ganz greifen oder formulieren können. Manchmal sind es nicht Dinge, die bisher oder im letzten Sprint passiert sind. Deshalb können wir sie in den vorherigen Methoden auch nicht adressieren. Es hilft uns oft mehr, ein Bild der Zukunft zu skizzieren, um dann zwischen den Zeilen zu lesen.

Unsere Best Practices

Die Methode erfordert einen gewissen Grad an Offenheit im Team. Wir müssen uns also trauen, Dinge zu skizzieren, die vielleicht in der Praxis nicht eintreten aber unserem Zielbild entsprechen. Wenn wir das schaffen, birgt die Methode viel Potential für uns.

Wir empfehlen, dass sich das Team Zeit für die Analyse der Zielbilder nimmt. Die Fantasien selbst helfen uns nicht sofort neue Einsichten zu gewinnen, sondern erst ihre Analyse. Daher können je nach Teamgröße auch mal 20 Minuten investiert werden. Sicher warten darin spannende Erkenntnisse auf euch.

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