Die Walt Disney Methode, auch bekannt unter der Walt-Disney-Strategie, ist eine Methode, die euch hilft eure Kreativität zu entfalten. Begründet wurde die Methode von Robtert Dilts und basiert auf Walt Disney und seinen Eigenschaften als Person.

Diese Methode reiht sich in die Vielzahl von Methoden zur Ideenfindung im Design Thinking Prozess ein. Wie viele andere hilft sie dabei, Denkmuster aufzubrechen und einen Perspektivwechsel vorzunehmen, um so auf neue Ideen zu kommen. Sie ist sehr eng verwandt mit der Methode der „6 Denkhüte“.

Erklärung der Walt Disney Methode

Die Walt Disney Methode besteht aus drei Phasen oder drei Rollen:

  • der/die Träumer*in –  entwickelt neue, verrückte Ideen

  • der/die Realist*in – ordnet es in die aktuelle Situation ein, überprüft die Umsetzung

  • der/die Kritiker*in – überprüft die Idee, zeigt Risiken und Herausforderungen auf

Wenn ihr die Methode anwendet, durchlauft ihr jede Rolle ein mal. Wichtig ist dabei, dass ihr euch auf die Rolle voll und ganz einlasst. Das bedeutet, dass ihr nicht schon als Träumer anfangt eine Idee zu kritisieren.

Walt Disney Methode

Phase 1 – der/die Träumer*in

In der ersten Phase der Walt Disney Methode – in der Rolle der Träumer*in – könnt ihr nach Lust und Laune herumspinnen. Es sind keine Grenzen gesetzt. Ihr nehmt euch ca. 10 Minuten, in denen jede*r Still für sich träumt und Ideen aufschreibt. Danach kann sich die Gruppe über alle gesammelten Ideen austauschen, ohne zu kritisieren oder klein zu reden. Folgende Fragen sind in dieser Runde hilfreich:

  • Was wäre schön?
  • Wie sieht die ideale Situation aus?
  • Was ist mein Traum?

Alle gesammelten Ideen könnt ihr auf Post-its oder an einem Whiteboard festhalten.

Phase 2 – der/die Realist*in

In der darauffolgenden Runde wechselt ihr in die entgegengesetzte Rolle, die des/der Realisten*in. Hierbei geht es darum, wie ausgewählten Ideen aus der ersten Phase realistisch umgesetzt werden können. Das Team überlegt sich, wie eine Umsetzung der Ideen aus der ersten Phase aussehen kann, welche Voraussetzung erfüllt sein müssen etc.
Wenn sehr viele Ideen bei der Walt Disney Methode durch euch als Träumer*in entwickelt wurden, hilft es, zu Beginn dieser Runde die Ideen aus der ersten Runde zu voten. Verteilt jeweils 5 Klebepunkte. Die besten 3-5 Ideen (je nach Zeitrahmen) bearbeitet ihr als Realist*in in der dritten Phase. Fragen, die man sich hier stellen kann, sind:

  • Welche Grenzen werden überschritten?
  • Was braucht man für die Umsetzung?
  • Wer kann so etwas umsetzen?
  • Welche Informationen fehlen noch?

Phase 3 – der/die Kritiker*in

In der letzten Runde der Walt Disney Methode geht es darum, aus der Rolle des/der Kritiker*in die Ideen aus der zweiten Phase erneut zu betrachten und auf Schwachpunkte zu prüfen. Allerdings sollte das Team dabei konstruktiv bleiben. Auch in dieser Phase der Walt Disney Methode kann es wieder sinnvoll sein, nicht mit allen Ideen zu arbeiten, sondern z.B. die Top 2 auszuwählen. Folgende Fragen helfen für die kritische Betrachtung:

  • Was sind Risiken?
  • Wo liegen Schwächen?
  • Was wurde übersehen?
  • Was kann verbessert werden?

Nachdem die 3 Phasen durchlaufen sind, geht es wieder von vorne los – der/die Träumer*in nimmt sich alle angemerkten Punkte des/der Realisten*in und Kritiker*in vor. Beginnt die Phasen jeweils von neuem, bis ihr keine wirklichen Verbesserungen entwickelt.

Tipps für die Anwendung der Walt Disney Methode

Um die Abgrenzung der Rollen und Phasen deutlicher zu machen, hilft es, pro Phase die Umgebung zu wechseln. Dies kann ein anderer Raum sein oder auch nur eine andere Zimmerecke. Die Räume oder Ecken kann man außerdem den Rollen anpassen – der Raum für Träumer*innen kann mit bequemen Sitzgelegenheiten, bunten Farben und Bildern gestaltet sein. Die Realist*innen bekommen einen großen Tisch mit allen möglichen Materialien und Hilfsmitteln, die nötig sind, um Träume zu realisieren. Der Raum für die Kritiker*innen kann recht schlicht und nüchtern gestaltet sein.

Fazit zur Walt Disney Methode

Die Walt Disney Methode eignet sich sowohl für Gruppen als auch für Einzelpersonen. Durch die klar getrennten Rollen werden die Teilnehmer*innen gezwungen sich dem Problem aus einer bestimmten Perspektive zu nähern. Für viele Menschen ist dieses angeleitete Einnehmen einer Perspektive eine große Erleichterung. Allerdings fällt es gerade Anfängern oft schwer, sich so sehr zu fokussieren und die eigene Perspektive auszublenden. Mit ein wenig Übung allerdings bringt die Methode jedoch einen großen Mehrwert. Um sie vollständig durchzuführen sollte man sich genug Zeit nehmen, um zu einem wirklichen Ergebnis zu kommen. Dazu kann es notwendig sein, mehrere Iterationen der Walt Disney Methode zu durchlaufen.

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