Kategorien: Agilität|

Studien haben gezeigt, dass agile Unternehmen im Vergleich zu anderen gesteigerte Performance zeigen (vgl. BCG oder Goetz & Partner in Zusammenarbeit mit der NEOMA Business School). Aber wie genau steigert Agilität Performance und Wettbewerbsfähigkeit in agilen Unternehmen?

Agilität ist im Softwareumfeld schon längst ein bekanntes Thema und agile Methoden sind bereits an vielen Stellen im Einsatz. Mittlerweile findet das Thema auch Einzug in andere Unternehmensbereiche und viele Unternehmen streben danach, zu einer agilen Organisation zu werden. Führungskräfte setzen sich mit agiler Führung und agilen Teams auseinander, Abteilungen probieren sich in Projekten an der Scrum Methodik und es wird versucht, das agile Mindset für das eigene Unternehmen zu adaptieren.

Die Thematik ist in aller Munde und man kann sich fragen – springen alle nur auf das Thema auf, weil man Teil des Trends sein will? Oder kann Agilität wirklich einen Mehrwert bringen?
Diese 10 Gründe zeigen, wie agile Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Agilität steigern können!

Grund 1: Schnelle und flexible Reaktion

Unsere Welt verändert sich immer schneller und tiefgreifender. Agile Strukturen und Vorgehensweisen sind dafür gemacht, schnell und flexibel auf veränderte Rahmenbedingungen zu reagieren. Durch iterative Vorgehensweisen wird regelmäßig reflektiert und überprüft – sind wir noch auf dem richtigen Kurs? Lautet die Antwort „Nein“ kann spontan reagiert und die Fahrtrichtung angepasst werden. Somit wird weniger Zeit auf penible Planung verschwendet, die in dieser starren Form sowieso nicht eingehalten werden kann. Stattdessen bleibt man wachsam und neugierig und arbeitet auf das beste und bedürfnisgerechte Ergebnis hin. Veränderungen machen dabei keine Angst, sondern sind natürlicher Teil des Prozesses.

Grund 2: Hohe Kund*innenzufriedenheit

Eine agile Organisation stellt die Kund*innen und ihre Bedürfnisse in den Fokus. Es wird stets „am/an der Kund*in“ gearbeitet, Feedback eingeholt, gemeinsam reflektiert und das Vorgehen entsprechend angepasst. Sollte ein*e Kund*in ihre Meinung oder Anforderungen zu dem zu entwickelnden Produkt im Verlauf eines Projektes ändern, ist ein agiles Unternehmen schnell im Bilde und kann durch iterative Prozesse flexibel reagieren. Die Kund*innen fühlen sich verstanden und erhalten mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Ergebnis, das ihren Erwartungen entspricht. Die Kund*innenzufriedenheit in agilen Organisationen ist somit hoch.

Grund 3: Geringe Fehlerquote

Eine agile und iterative Arbeitsweise bedeutet, dass kontinuierlich Kund*innenfeedback eingeholt wird. Durch den kontinuierlichen Austausch und den regelmäßigen Abgleich von Erwartungen und Produkt wird die Fehlerquote stark reduziert. Wer kennt es nicht – was der Gegenüber sagt, ist noch lange nicht, was er meint oder braucht, geschweige denn, was wir verstanden haben.

Grund 4: Minimale Ressourcenverschwendung

Durch den engen Austausch mit den Kund*innen und das iterative Vorgehen können Ressourcen im Projekt optimal eingesetzt und auch verändert werden. Die Verschwendung von Ressourcen wie Kosten und Zeit wird somit minimiert. In klassischen Vorgehensweisen kann es schon einmal passieren, dass erst sehr spät auffällt, dass man seit Wochen in eine andere Richtung läuft, als es von Kund*innen erwartet wird. Das kostet viel Geld, Zeit und Nerven. Agiles Vorgehen verhindert dies.

Grund 5: Verkürzte Time-to-Market

In einem agilen Projekt kann die Zeit von Projektbeginn bis zur Veröffentlichung des Produktes im Vergleich zu klassischen Projekten verkürzt werden. In plangesteuerten und starren Projekten, wie wir sie alle kennen, ergeben sich in vielen Fällen Verzögerungen in der Markteinführung. Dies ist in agilen Projekten seltener der Fall, da das Ziel nicht ist, ein vollumfängliches Produkt mit allen „Eventualitäten“ auf den Markt zu bringen. Vielmehr ist der Anspruch, die wichtigsten und höchst priorisierten Kund*innenanforderungen zu erfüllen. Alles weitere kann in Folgeprojekten abgedeckt werden.  Das agile Produkt fällt somit schmaler aus, kann schneller erstellt werden und trifft dennoch die Bedürfnisse der Kund*innen und stellt diesen zufrieden.

Grund 6: Motivierte Mitarbeiter*innen

Neben dem Kund*innen stellen agile Organisationen vor allem die Mitarbeiter*innen in den Vordergrund. Eigenverantwortung und Selbstorganisation wird gefördert, wodurch die Mitarbeiter*innen individuell wachsen und sich entsprechend ihrer Stärken aufstellen können. Und genau das ist es, wonach viele Mitarbeiter*innen streben. Die Mehrheit möchte nicht nur vorgefertigte Aufgaben abarbeiten, dabei kontrolliert und am Ergebnis gemessen werden. Vielmehr streben Menschen nach Selbstständigkeit und Unabhängigkeit in ihrer Arbeit. Agilität schafft den Rahmen dafür und sorgt dafür, dass Mitarbeiter*innen motivierter an ihre Aufgaben gehen und die Produktivität gesteigert wird

Grund 7: Genutzte Mitarbeiter*innenpotentiale

Wenn es um die Mitarbeiter*innen geht, fördert Agilität noch einen weiteren wichtigen Aspekt, der entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit ist – Mitarbeiter*innenpotentiale werden voll ausgeschöpft. In einer agilen Organisation wird über Abteilungsgrenzen und Jobtitel hinweg kollaboriert. Teams sind heterogen und vereinen die Stärken jedes einzelnen zu einer größeren Power. Das hebt nicht nur die Motivation, sondern sorgt auch für eine bessere Nutzung der im Unternehmen vorhandenen Potentiale und Ressourcen. In klassischen Organisationen würden diese zwar innerhalb von Abteilungsgrenzen genutzt werden, darüber hinaus aber eher unentdeckt bleiben.

Grund 8: Geteiltes Wissen

Durch die unternehmensweite Kollaboration in einer agilen Organisation werden die altbekannten Silos abgebaut. Wissen ist nicht mehr an eine Abteilung – oder noch schlimmer an eine einzelne Person gebunden – sondern wird durch den Einsatz in heterogenen Teams verbreitet und genutzt.

Grund 9: Starke Teams

Teamarbeit wird in agilen Organisationen großgeschrieben. Wie sagt noch ein gerne zitiertes Sprichwort – „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“ (Aristoteles). Agile Teams arbeiten selbstbestimmt und -organisiert und bekommen angemessen großen Handlungsspielraum eingeräumt. Es finden entsprechend der Iterationen regelmäßige Reflektionen sowohl zu Ergebnissen als auch zu der Zusammenarbeit statt. Die Teams optimieren sich so ständig selbst und steigern kontinuierlich ihre Produktivität.

Grund 10: Entlastete Führungskräfte

In einem agilen Umfeld  muss sich die Roll der Führungskraft verändern. Im klassischen Verständnis steht eine Führungskraft auf einer gehobenen hierarchischen Position, da sie mehr Wissen hat. Somit treffen Führungskräfte Entscheidungen, nicht die Mitarbeiter. In agilen Organisationen hingegen, geben Führungskräfte viel Kontrolle an die Mitarbeiter*innen und selbstorganisierten Teams ab. Die Führungskraft wird zum Coach und Schaffer für Rahmenbedingungen und Entscheidungsfreiräume. Hierarchien werden flach und Entscheidungswege kürzer. Dies mag für viele Führungskräfte zunächst ein Schock sein und ihnen Angst machen. Aber nimmt es nicht auch viel Last von ihren Schultern und ist eher ein Befreiungsschlag? Die Führungskraft kann sich nun auf die Tätigkeit im eigentlichen Sinnen des Wortes konzentrieren – führen und nicht entscheiden und kontrollieren.